Aktiv trotz Depression
Aktiv trotz Depression

Wie mit Kindes-Missbrauch umgehen? Tipps gibt es bei: "gegen Missbrauch e.V.

 Gegen Kindesmissbrauch    

 

  Verhindern durch Prävention

 

Damit unsere Welt etwas sicherer wird, zum Schutz unserer Kinder!
Anstatt Pädophil verwende ich den Ausdruck Pädosexuell.

Pädophil hat eher die Bedeutung von Kinderlieb und das trifft für Kinderschänder/innen keinesfalls zu.

DAS Thema Kindesmissbrauch wird eigentlich am liebsten verdrängt.

Eltern schaudert es schon bei dem bloßen Gedanken daran!

Leider ist aber sexuelle Gewalt gegen Kinder in der heutigen Welt eine erschreckende und traurige Realität mit oft verheerenden Folgen für die Opfer.

Ist es die Sache wirklich wert, sich damit auseinanderzusetzen?

Überlegen wir einmal: Was würde man nicht alles darum geben, sein Kind zu schützen!

Sich über das Thema zu informieren, so unangenehm das auch sein mag, ist sicher kein zu hoher Preis.

Dieses Wissen kann für den Schutz unserer Kinder entscheidend sein.
Eltern brauchen vor diesem weitverbreiteten Problem keinesfalls von vornherein zu kapitulieren.

Immerhin verfügen sie über Stärken und Fähigkeiten, die dem Kind noch fehlen und die es erst nach Jahren oder sogar Jahrzehnten erlangt haben wird.

Im Lauf der Zeit haben Eltern einen Grundstock an Wissen, Erfahrung und Umsicht erworben.

Jetzt kommt es darauf an, diese Stärken weiterzuentwickeln und zum Schutz des Kindes einzusetzen.

Was aber kann man unternehmen?

1. Selbst zum wichtigsten Schutzwall für das Kind werden.

2. Das Kind ausreichend aufklären.

3. Konkrete Verhaltensweisen mit dem Kind einüben.

 

Die Eltern — der wichtigste Schutzwall
Die Hauptverantwortung für den Schutz vor Missbrauch tragen nicht die Kinder, sondern die Eltern.

Darum müssen zunächst einmal sie aufgeklärt sein.

Es gibt einiges, was Eltern über Kindesmissbrauch einfach wissen müssen - zum Beispiel was für Menschen Kinder missbrauchen und wie sie dabei vorgehen.

Eltern stellen sich einen Kinderschänder oft als einen Fremden vor, der im Dunkeln darauf lauert, ein Kind zu entführen und zu vergewaltigen.

Solche Scheusale gibt es zweifellos auch.

Doch selbst wenn die Medien sehr häufig gerade von derartigen Fällen berichten, sind sie eigentlich relativ selten.

In etwa 90 Prozent der Missbrauchsfälle ist der Täter jemand, den das Kind bereits kennt und dem es vertraut.
Die Vorstellung, ein freundlicher Nachbar, ein Lehrer, ein Mitarbeiter einer medizinischen Einrichtung, ein Trainer oder ein Verwandter könnte es auf ein Kind abgesehen haben, gefällt natürlich niemandem.

Die meisten Menschen verfolgen auch keine derartigen Absichten.

Man braucht nicht pauschal jedem zu misstrauen, mit dem man irgendwie zu tun hat. Aber man kann sein Kind schützen, indem man sich klarmacht, wie Pädosexuelle typischerweise vorgehen.

 Wer vorhat, ein Kind zu missbrauchen, wird sich in der Regel davor hüten, Gewalt anzuwenden.

Er versucht eher, schrittweise Abhängigkeiten zu schaffen.

Zunächst sucht er sich sein Opfer aus: meist ein vertrauensselig, leicht manipulierbar erscheinendes Kind.

Diesem Kind schenkt er dann besondere Aufmerksamkeit.

Womöglich versucht er auch, das Vertrauen der Eltern zu gewinnen.

Pädosexuelle täuschen oft sehr geschickt ernsthaftes Interesse an einem Kind und seiner Familie vor.

Nach einiger Zeit kommt die Phase, wo der Täter das Kind allmählich für den Missbrauch vorbereitet.

Durch scheinbar harmlose Vertraulichkeiten, spielerisches Raufen und Kitzeln intensiviert er den körperlichen Kontakt mit ihm.

Möglicherweise macht er ihm großzügige Geschenke und versucht, es zusehends von Freunden, Geschwistern und Eltern zu isolieren, um mit ihm allein sein zu können. Irgendwann fordert er es womöglich auf, gegenüber den Eltern ein kleines Geheimnis für sich zu behalten, beispielsweise ein Geschenk oder Pläne für einen späteren Ausflug.

Mit dieser Strategie wird der Missbrauch in die Wege geleitet.

Sobald der Täter das Vertrauen des Kindes und der Eltern gewonnen hat, ist er bereit für den letzten Schritt.

Auch dabei geht er wahrscheinlich eher heimtückisch vor als brutal oder gewaltsam. Unter Umständen macht er sich die natürliche Neugier des Kindes auf Sexualität zunutze und bietet sich als „Lehrer“ an, oder er schlägt ihm vor, gemeinsam ein „besonderes Spiel“ zu spielen, von dem nur sie beide wissen dürfen.

Eventuell zeigt er dem Kind pornografisches Material, um solches Verhalten als normal darzustellen.

Ist es ihm gelungen, das Kind zu missbrauchen, setzt er anschließend alles daran zu verhindern, dass es irgendjemand davon erzählt.

Dazu setzt er Drohungen, Erpressung, Schuldzuweisung und ähnliche Taktiken ein oder eine Kombination all dessen.

Zum Beispiel wirft er dem Kind womöglich vor: „Du bist schuld.

Du hast mir nicht gesagt, dass ich aufhören soll.

“ Vielleicht fügt er auch hinzu: „Wenn du es deinen Eltern erzählst, rufen sie die Polizei und ich muss für immer ins Gefängnis.“

Oder er sagt: „Das ist unser Geheimnis. Niemand wird dir glauben, wenn du es verrätst.

Wenn deine Eltern es herausfinden, werde ich ihnen etwas antun.“

Kinderschänder schrecken vor keiner noch so hinterhältigen und heimtückischen Strategie zurück.

 Dieses Wissen kann Eltern helfen, ein besserer Schutzwall für ihr Kind zu werden. Angenommen, jemand, der sich anscheinend mehr für Kinder als für Erwachsene interessiert, gibt sich besonders viel mit unserem Kind ab, macht ihm Geschenke, bietet sich als kostenloser Babysitter an oder möchte es auf einen privaten Ausflug mitnehmen.

Wie würden wir reagieren? Schlussfolgern, der Betreffende müsse ein Pädosexueller sein?

Nein. Man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Möglicherweise hat er keinerlei Hintergedanken.

Dennoch kann solches Verhalten uns veranlassen, wachsam zu sein.
Klingt ein Angebot zu gut, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch.

Deshalb sollte man jeden, der sich anbietet, allein mit unserem Kind Zeit zu verbringen, genau unter die Lupe nehmen.

Man sollte ihn wissen lassen, dass man zwischendurch öfter nach seinem Kind sehen wird.

Eltern sollten engagiert am Alltag ihrer Kinder teilnehmen: sich dafür interessieren, was sie so alles tun, wer ihre Freunde sind und worum es in der Schule gerade geht. Ist zum Beispiel ein Ausflug geplant, wäre es gut, sich genau über die Einzelheiten zu informieren.

Ein Psychologe, der seit 33 Jahren Missbrauchsopfer therapiert, erwähnte, er habe zahllose Fälle erlebt, in denen Übergriffe durch simple Vorsichtsmaßnahmen der Eltern hätten verhindert werden können.

Er zitierte einen verurteilten Täter, der gesagt hatte: „Die Eltern geben uns ihre Kinder buchstäblich in die Hand. . . . Sie haben es mir wirklich leicht gemacht.“

Man darf nicht vergessen, dass die meisten Täter leichte Beute bevorzugen.

Eltern, die engagiert am Leben ihrer Kinder teilnehmen, sorgen dafür, dass niemand leichtes Spiel mit ihnen hat.

Damit sich Eltern als wichtigster Schutzwall für ihr Kind erweisen können, müssen sie auch gut zuhören.

Kinder sprechen in den seltensten Fällen offen über ein Missbrauchserlebnis; sie schämen sich und haben Angst vor den Reaktionen.

Deshalb müssen Eltern sehr aufmerksam sein, um auch versteckte Andeutungen mitzubekommen.

Sagt unser Kind etwas, was uns Sorgen macht, wäre es gut, ruhig zu bleiben und es durch behutsames Fragen dazu zu bringen, sich zu öffnen.

Sagt es zum Beispiel, ein bestimmter Babysitter solle nicht wiederkommen, könnte man nach dem Grund fragen.

Erzählt es, ein Erwachsener mache komische Spiele mit ihm, könnten die Eltern fragen: „Was denn für Spiele? Was macht er dabei?“

Beklagt sich das Kind, jemand habe es gekitzelt, sollte man fragen: „Wo hat er dich gekitzelt?“

Eltern sollten die Antwort eines Kindes keinesfalls als belanglos abtun.

Missbraucher erklären einem Kind, dass niemand ihm glauben wird — und nur allzu oft haben sie damit leider recht.

Meist fühlen Kinder sich schuldig, verdrängen das Geschehene und vergessen so was geschehen ist.

Erst Jahre später kann die Erinnerung wieder in das Bewusstsein vordringen, durch Angstzustände, schlechte Träume und Erinnerungsfetzen!
Wurde ein Kind tatsächlich missbraucht, ist es zudem ein enorm wichtiger Schritt in Richtung Heilung, wenn die Eltern ihm glauben und es unterstützen.

 

Mütter, Väter, Großeltern, alle die es mit Kindern gut meinen, werdet aktiv!
Es könnten viele Missbrauchs Fälle verhindert werden, viele Kinder müßten nicht ein Leben lang leiden!
Klärt eure Kinder, eure Enkel rechtzeitig, dem Alter entsprechend auf.
Macht ihnen klar, dass sie NEIN sagen dürfen!!!

 

  

Alle Kinder haben ein verbrieftes Recht auf eine glückliche Kindheit!

 

Bitte wenden Sie sich künftig an:

Selbsthilfe- und Patientenberatung Rhein-Neckar gGmbH
Alte Eppelheimer Straße 38
69115 Heidelberg

Telefon: +49 (0) 6221 18 42 90
Telefax: +49 (0) 6221 16 13 31
E-mail:mailto:info@selbsthilfe-heidelberg.de

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