Aktiv trotz Depression
Aktiv trotz Depression

Niemand ist wie der Andere, deshalb erlebt jeder die schwere Depression anders.

Wahrhaftig, ich bin durch die tiefsten Tiefen gegangen; am absoluten Tiefpunkt wollte ich nur noch dieses total hoffnungslose Sein beenden.

Doch ich konnte noch abspringen vom Zug der in die Nichtexistenz führt.

Wie ein Aufwachen aus einem bösen Traum war es.
Warum ich nicht meine Grundstrukturen verlor?

Vielleicht weil mein gesamtes Leben voll von Pflichterfüllung war.

Total eingefahren sind diese Pflichten, im Laufe der Jahrzehnte voller Druck und Müssen.
Langsam sehr langsam steige ich aus dem Abgrund!

Noch immer diffuse, bedrückende Ängste; immer noch nicht durchschlafen können.

Eine Umwelt in blassen Farben, traumlose Nächte, freudlose Tage, grausame Gelenkschmerzen, zusätzliche Qualen durch falsche Medikamente.

Dazu Inkompetenz von Sachbearbeitern und Amtspersonen!

Ärzte die Signale nicht erkennen, weil überladen durch Bürokratie und Anzahl der Patienten.

Dann endlich! Ein Medikament das wirkt und kaum Nebenwirkungen hat.
Nach Monaten endlich wieder schlafen können.

Der Sommer, ja alles ringsum verliert seinen grauen Anstrich, Probleme lösen sich in sanftes Nichts auf. Amtspersonen verlieren ihren Schrecken.

Wie ich ihn doch plötzlich bemitleiden kann, diesen Menschen vom Sozialamt in seinem winzigen Büro, kaum sichtbar hinter einem riesigen Aktenberg.  
Die Welt sieht wieder anders aus, ich kämpfe wieder, ich lebe wieder.

Ich habe bereut, was ich getan habe, wohl wissend: "diese heimtückische Krankheit hat mich soweit gebracht"!

Endlich verlassen mich die erdrückenden Schuldgefühle.
Ich kämpfe wieder, packe meine Probleme an, beantrage kompetente Hilfe in einer Fachklinik.

Ich wachse durch Können der Therapheuten und eigene Mitarbeit.
Warum schreibe ich das Alles, warum solche hochprivaten Dinge öffentlich machen?

Um aufzurütteln, um es hinaus zu schreien: "Hey Ihr da, Gesellschaft, wacht auf"!

Hergehört: "Morgen schon könnte es Euch betreffen"!

Wie sollen sie es aber wissen, wenn niemand darüber spricht? "Das, ja das ist Depression"!

Groß genug ist die Ignoranz, das Wegschauen, dieses selbsteinlullende:

"aber das kann MIR doch nicht passieren"!
Hätte ich, doch
schon vorher  nur einen geringen Teil dessen gewusst, was ich heute über diesen "Moloch Depression" weiß; "wieviel Grausamkeit, wieviel Leid wäre mir erspart geblieben"!

 

 

© Weboss 2009

 

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